Mit Speck und Borste!

Veröffentlichungsdatum01.07.2018Lesedauer1 MinuteKategorienChronik
Frau mit Schwein

Der Mensch ist, seit er sesshaft wurde, von Nutztieren abhängig. Eines der beliebtesten und ertragreichsten Nutztiere in unserem Kulturkreis ist das Hausschwein. In der Vergangenheit wurden alle Teile des Schweins verwendet und verwertet. Es war ein wichtiger Fettlieferant, daneben gab es, meist in geringen Mengen, noch Butter und Butterschmalz.

Beinahe das gesamte Fleisch wurde geräuchert, da es außer der Technik des Einsalzens die einzige Möglichkeit der Haltbarmachung war. Beim Abstechen wurde das Blut aufgefangen und zum „Bluttommerl“ gebacken (meist in einer „Blechrein“) oder zur Blutwurst verarbeitet. 

Bei den Innereien wurden sowohl die Organe, als auch die Därme verwertet. Den Dünndarm verwendete man zum Würste machen. Aus den restlichen Därmen wurde oft das „Gschnordl“ gekocht, ein Arme-Leute-Essen, das nicht sehr beliebt war. Aus den Fleischresten und den Schwarten wurde „Sulz“ erzeugt und aus den Unterfüßen die berühmte „Klachelsuppe“.

Aus dem Sauschädel, dieser wurde peinlichst genau ausgefleischt, wurde die sogenannte „Sauschädelwurst“ hergestellt. Die großen Specksauen wurden meistens gehäutet. Aus der gegerbten Haut wurden Schuhe und Hosen für die ärmere Bevölkerung erzeugt. Diese waren nicht sehr bequem. 

Aus der Haut wurden auch Schuhriemen geschnitten oder Randeinfassungen für Buckelkörbe gefertigt. Lange Borsten wurden zu Bürsten und Pinseln verarbeitet, die kurzen Borsten als Bindemittel für Lehmziegel verwendet. Die Knochen wurden teilweise zu Knochenleim verarbeitet. Jeder noch so kleine Bestandteil des Schweins wurden genutzt.

Das Schwein auf dem Foto lieferte 153 kg Speck. 

Kennt jemand die Frau auf dem Foto?

Es wurde in der Stanz vor dem 2. Weltkrieg aufgenommen.

Frau mit Schwein