Im Possegg...

Veröffentlichungsdatum07.01.2026Lesedauer1 MinuteKategorienChronik
Rossstall 1964

Ende des 18. Jahrhunderts gab es im schönen Possegg mehr Einwohner als im Dorf

Der historische Name für das Possegg lautete „Im Posrugkh“ (leitet sich vom mittelhochdeutschen „posseke“ – Besitzung und „rugk“ – Rücken ab).

Ab 822 wurde die Stanz und damit auch das Possegg von Bayern aus besiedelt und die ansässigen Slawen im Laufe der Zeit in die Bevölkerung integriert. Zwischen 1150 und 1200 erfolgten größere Rodungen in höheren und abgelegeneren Teilen des Posseggs. Bereits um 1500 wurde die Posseggmühle (Müllner im Posrugkh) erstmals genannt. 1770 wurden die Hausnummern vergeben, in diesem Jahr hatte das Possegg unglaubliche 355 Einwohner.

In der Grafik sieht man, wie die Einwohnerzahl stetig sank.

Statistik Possegg

Im Jahr 1830 wurden im Possegg 18 Kohlenmeiler betrieben. Durch den Holzkohlenverkauf und dem Transport der Kohlen, konnten sich die Bauern etwas Bargeld verdienen. Diese Einnahmequelle versiegte dann im Laufe der Zeit, da die Eisenhämmer immer weniger wurden und der Bedarf an Kohle stetig kleiner wurde. Zwischen 1804 und 1907 wurden 24 Bauerngüter, größtenteils von Josef Sessler und später auch durch Georg Malburg aufgekauft. Hauptgrund für das Bauernsterben war vermutlich eine Klimaverschlechterung im 19. Jahrhundert. In höheren und von Wald umgebenen Lagen reiften die Feldfrüchte schlecht oder gar nicht mehr. Der zur damaligen Zeit hohe Wildbestand trug auch das Seine dazu bei. Viele Possegger gingen nach dem Verkauf ihrer Wirtschaften ins Mürztal in die Eisenwerke, oder verdienten als Holzknechte und Pferdefuhrwerker bei der Herrschaft ihr tägliches Brot. 

Das Possegg wurde auch immer wieder von Brandkatastrophen heimgesucht. 1934 brannte sowohl der untere als auch der obere Ochnegger bis auf die Grundmauern nieder. Dasselbe Schicksal ereilte 1944 auch den Posseggmüllner. Es sind Haus, Stall, Säge, Mühle, Kegelbahn und sämtliche andere Nebengebäude ein Opfer der Flammen geworden.

Autor: Andreas Ochsenhofer