Die Bedeutung von Kraut in der Volksernährung

Veröffentlichungsdatum01.07.2017Lesedauer1 MinuteKategorienChronik
Auf dem Krautacker

Vor dem intensiven Anbau der Erdäpfel, eingeführt von Kaiser Joseph II, waren

Kraut und Brot die Grundnahrungsmittel der Bevölkerung. Kraut wurde in großen Mengen angebaut und es hatte viele Vorteile. In unserem Klima gedeiht bestens. Auch in den Höhenlagen. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass es bei der Lagerung und beim Kochen kaum Vitamin C verliert. Doch war der Anbau von Kraut sehr arbeitsintensiv.

Als erstes musste man die Jungpflanzen vorziehen und später aussetzen. Einige Zeit nach dem Aussetzen, mussten die Pflanzen auf dem Krautacker „gheinl’t“ werden. (Foto). 

Dabei wurde mit einer speziellen Haue das Unkraut entfernt und die Erde aufgelockert. 

Diese Arbeit wurde wenn möglich, bei heißem Wetter durchgeführt, damit das Unkraut gleich vertrocknete. Die Ernte und die Konservierung im Herbst war viel Arbeit, bei der die ganze Bauernfamilie eingespannt wurde. 

Kraut kann man auf drei Arten konservieren:

1. frische Krautköpfe einlagern

2. Sauerkraut (Milchsäurevergärung)

3. Grubenkraut (Haltbarmachung durch Luftabschluss) 

 

Das Sauerkraut hatte den Nachteil, dass es nach der ersten Öffnung des Sauerkrautbottichs immer saurer wurde. Da wurde im Frühjahr das Öffnen der Krautgrube schon mit Sehnsucht erwartet, denn das Grubenkraut schmeckte süßlich und war bei der Bevölkerung sehr beliebt. 

Fiel eine Krauternte aus, etwa durch Hagel, wurde die Ernährungslage für viele Menschen kritisch.

 

PS: Das Foto hat Seltenheitswert. Anfang der 30er-Jahre, besaß kaum jemand eine 

Fotokamera. Und wenn, wurden damit nur selten alltägliche Arbeitsabläufe dokumentiert.

Die beiden Kinder auf dem Foto sind (v.l.) Rudolf und Sepp Dissauer, geboren 1929 und 1927.

Auf dem Krautacker